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In Kokshetau fand im Rahmen des Energieeffizienzprojekts eine Eigentümerversammlung statt
Am 13. September 2025 fand in Kokshetau (Republik Kasachstan) eine weitere Veranstaltung mit den Bewohnern eines Pilotgebäudes im Rahmen der internationalen Initiative FELICITY II statt, die auf die Umsetzung einer umfassenden energieeffizienten Modernisierung von Wohngebäuden abzielt. Die Initiative wird von der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH gemeinsam mit der Europäischen Investitionsbank und mit Unterstützung der Bundesregierung im Rahmen der Internationalen Klimaschutzinitiative (IKI) durchgeführt. Partner sind die Deutsche Energie-Agentur (dena) und die Organisation Initiative Wohnungswirtschaft Osteuropa (IWO e.V.).
Anfang des Jahres fand in Kokshetau bereits eine Reihe von Dialogveranstaltungen mit Bewohnern, Experten und Vertretern der Stadtverwaltung statt, bei denen verschiedene Aspekte der energetischen Modernisierung, Erfahrungen anderer Länder mit ähnlichem Wohnungsbestand, die Organisation von Projekten zur energetischen Modernisierung und mögliche Modelle der Kofinanzierung diskutiert wurden. Das aktuelle Treffen war eine logische Fortsetzung dieses Prozesses und führte die Eigentümer der Wohnungen des Pilotgebäudes zur ersten formellen Abstimmung.
Bei der Versammlung wurden die Bewohner gebeten, sich zur Durchführung einer umfassenden energieeffizienten Modernisierung des Hauses, zur Möglichkeit der Teilnahme an einem staatlichen Programm für Komplettsanierungen sowie zur Abstimmung der Projekt- und Kostenvoranschlagsdokumentation (PSD) mit den wichtigsten Baumaßnahmen und deren Kosten zu äußern. IWO hat in Absprache mit Vertretern des Verwaltungsrats des Pilotgebäudes, der Verwaltungsgesellschaft und der Stadtverwaltung eine Sammlung von Informationsmaterialien mit detaillierten Erläuterungen, Berechnungen und Beispielen erstellt. Diese Sammlung wurde vor der Versammlung in elektronischer und gedruckter Form an die Bewohner verteilt, um ihnen zu helfen, eine fundierte Entscheidung zu treffen.
Gemäß der Tagesordnung der Versammlung stellten Experten von IWO, GIZ, dena und dem Architekturbüro „ArchiCom“ Argumente für die Modernisierung, die Ergebnisse der Vorbereitungsphase und die technischen Parameter der Projektlösungen vor. Vertreter der Stadtverwaltung von Kokshetau erläuterten außerdem die Möglichkeiten zur Unterstützung sozial schwacher Bewohner. Die Frage der Aufnahme des Hauses in das staatliche Programm für Komplettsanierungen löste eine lebhafte Diskussion unter den Teilnehmern aus. Am Ende der Versammlung wurde keine gemeinsame Entscheidung getroffen.
„Wir sehen, dass es notwendig ist, die Bewohner noch besser zu informieren und ihnen die Möglichkeit zu geben, sich in Ruhe mit allen Details vertraut zu machen. Aus unserer Erfahrung dauern solche Projekte fast immer länger als ursprünglich geplant. Aber das ist ein normaler Prozess: Je besser die Menschen verstehen, was sie erwartet, desto höher sind die Chancen auf eine erfolgreiche Umsetzung“, erklärte Larisa Schreckenbach, Projektleiterin bei IWO.
Gemäß den Rechtsvorschriften der Republik Kasachstan wurde das Abstimmungsverfahren in Form einer Umfrage in den einzelnen Wohnungen fortgesetzt, die innerhalb von zwei Wochen nach dem Versammlungstag abgeschlossen war. Die Ergebnisse zu allen drei Tagesordnungspunkten lauten wie folgt: 9 Stimmen „dafür“, 56 „dagegen“, 5 „Enthaltungen“.
Diese Entscheidung der Bewohner war ausschlaggebend für die weitere Umsetzung des Projekts, die technische Prüfung des Projektentwurfs und die Suche nach zusätzlichen Finanzierungsmöglichkeiten. Diese Phase ist von besonderer Bedeutung, da es sich um die erste formelle Abstimmung der Bewohner über die Teilnahme an einer umfassenden energieeffizienten Modernisierung handelte. Unabhängig vom Ergebnis hat die Entwicklung dieses Themas in der Stadt gutes Potenzial für eine Fortsetzung.
„Ungeachtet des Abstimmungsergebnisses der Bewohner halten wir es für wichtig, unsere Bemühungen zur Förderung energieeffizienter Ansätze für die Modernisierung des Wohnungsbestands fortzusetzen. Die detaillierte Projektdokumentation für das Pilotgebäude kann von den Bewohnern auch in Zukunft genutzt werden und als Grundlage für ähnliche Projekte in anderen Städten dienen, in denen Interesse an der thermischen Modernisierung von Wohngebäuden besteht. Wir sind offen für den Dialog und freuen uns auf die weitere Zusammenarbeit“, betonte Dana Ermolyonok, Leiterin von FELICITY II in Kasachstan von der GIZ.
Die in Kokshetau gewonnenen Erfahrungen sind nicht nur für die Bewohner des Pilotgebäudes selbst wichtig, sondern auch für andere Städte in Kasachstan. Das Ziel des Projekts FELICITY II bleibt es, zu zeigen, dass eine umfassende energieeffiziente Modernisierung die Möglichkeit bietet, die Wohnqualität zu verbessern, den Energieverbrauch zu senken und einen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten. Die Umsetzung solcher Projekte ist nur durch gemeinsame Anstrengungen der Bewohner, lokalen Behörden und internationalen Experten möglich, die bereit sind, ihre Erfahrungen zu teilen.
Foto 1: Teilnehmer der Versammlung im Haus des Pilotprojekts, Autor: GIZ Kasachstan
Foto 2: Präsentation vor den Teilnehmern der Versammlung, Autor: GIZ Kasachstan
Foto 3: Larissa Schreckenbach mit den Teilnehmern der Versammlung, Autor: GIZ Kasachstan
Foto 4: Die Teilnehmer der Versammlung studieren Informationsmaterialien, Autor: GIZ Kasachstan
Für weitere Informationen wenden Sie sich gerne an:
Larissa Schreckenbach
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